Die faszinierende Welt der Guppyzucht: Ein Leitfaden für Anfänger und Profis

Die faszinierende Welt der Guppyzucht: Ein Leitfaden für Anfänger und Profis


Guppys (Poecilia reticulata) gehören zu den beliebtesten Zierfischen in der Aquaristik. Sie begeistern durch ihre Farbenpracht, Vielseitigkeit und Lebendigkeit. Für viele Aquaristikbegeisterte wird die Zucht dieser kleinen Lebendgebärenden zu einem spannenden Hobby. In diesem Blogbeitrag geben wir dir einen umfassenden Einblick in die Guppyzucht – von den Grundlagen bis zu fortgeschrittenen Techniken.

 

Warum Guppys?


Guppys sind ideale Fische für Anfänger, da sie robust und anpassungsfähig sind. Doch auch erfahrene Züchter schätzen sie, da sie mit kreativer Zuchtarbeit beeindruckende Farbschläge und Flossenformen hervorbringen können. Guppys vermehren sich leicht, was sie zu einem spannenden Projekt für Zuchtinteressierte macht.

 

Die Grundlagen der Guppyzucht

1. Auswahl der Elterntiere
Die Grundlage jeder erfolgreichen Zucht ist die Auswahl gesunder und kräftiger Elterntiere. Achte darauf, dass die Guppys:
- Klare und leuchtende Farben haben,
- keine sichtbaren Verletzungen oder Krankheiten aufweisen,
- aktiv und vital sind.

Wenn du bestimmte Farbschläge oder Flossenformen züchten möchtest, wähle Tiere aus, die diese Merkmale besonders stark ausgeprägt haben.

2. Das ideale Zuchtbecken
Ein separates Zuchtbecken erleichtert die Kontrolle und schützt die Jungtiere. Die wichtigsten Parameter:
- *Größe:* Mindestens 30 Liter, idealerweise 50 Liter oder mehr.
- *Filterung:* Ein schwammgesicherter Innenfilter verhindert, dass die winzigen Jungfische eingesogen werden.
- *Bepflanzung:* Dichte Pflanzen wie Javamoos, Hornkraut oder Schwimmpflanzen bieten Versteckmöglichkeiten.
- *Temperatur:* Konstant zwischen 24 und 26 °C.
- *Wasserwerte:* PH-Wert von 7–7,5, GH zwischen 8 und 12, KH zwischen 4 und 8.

3. Paarung und Trächtigkeit
Guppys sind Lebendgebärende. Das bedeutet, dass die Weibchen befruchtete Eier im Körper ausbrüten und fertige Jungfische zur Welt bringen. Ein trächtiges Weibchen erkennst du an:
- Einem dunklen Trächtigkeitsfleck im hinteren Bauchbereich.
- Einer deutlichen Vergrößerung des Bauches.

Die Trächtigkeitsdauer beträgt 25–35 Tage, abhängig von Temperatur und Wasserbedingungen.

 

Der Moment der Geburt

 

Sobald die Jungfische geboren werden, sind sie selbstständig und beginnen sofort zu schwimmen. Damit sie nicht von den adulten Fischen gefressen werden, solltest du:
- Das Weibchen nach der Geburt aus dem Zuchtbecken entfernen.
- Ausreichend Verstecke wie Pflanzen oder spezielle Laichboxen bereitstellen.

 

Aufzucht der Jungtiere

 

Die Aufzucht der Guppy-Babys ist einfach, wenn du einige wichtige Punkte beachtest:

1. Fütterung
Junge Guppys benötigen feines Futter. Geeignet sind:
- Flüssigfutter für Jungfische,
- Mikroorganismen wie Infusorien,
- Fein zerriebenes Flockenfutter,
- Artemia-Nauplien für schnelles Wachstum.

Füttere 3–4 Mal täglich in kleinen Portionen.

2. Wasserqualität
Eine gute Wasserqualität ist essenziell, da Jungfische empfindlicher sind als adulte Tiere. Achte auf:
- Regelmäßige Wasserwechsel (20–30 % alle 2–3 Tage).
- Konstante Temperatur und stabile Wasserwerte.

3. Wachstum fördern
Jungfische wachsen schneller, wenn sie ausreichend Platz und hochwertiges Futter bekommen. Ein größeres Becken (ab 50 Litern) kann das Wachstum positiv beeinflussen.

 

Gezielte Zucht: Wie man bestimmte Merkmale hervorhebt

 

Für ambitionierte Züchter ist die Selektion von großer Bedeutung. Um gezielt Farben oder Flossenformen zu züchten, gehst du wie folgt vor:
1. *Beobachte die Jungfische:* Nach etwa 6 Wochen werden die ersten Merkmale sichtbar.
2. *Selektiere sorgfältig:* Behalte nur die Tiere mit den gewünschten Eigenschaften zur Weiterzucht.
3. *Inzucht vermeiden:* Um genetische Vielfalt zu erhalten, sollten nicht nahe verwandte Tiere verpaart werden.

 

Häufige Probleme bei der Guppyzucht

 

1. *Kannibalismus:* Erwachsene Guppys fressen ihre eigenen Jungen. Lösung: Trenne die Jungtiere frühzeitig.
2. *Krankheiten:* Häufige Erkrankungen wie Ichthyophthirius (Pünktchenkrankheit) lassen sich durch gute Wasserqualität und Quarantäne vermeiden.
3. *Überpopulation:* Guppys vermehren sich schnell. Plane rechtzeitig, was du mit den Jungtieren machen möchtest (z. B. abgeben oder verkaufen).

 

Fazit

 

Die Zucht von Guppys ist eine wunderbare Möglichkeit, die faszinierende Welt der Aquaristik zu entdecken. Ob du Anfänger bist oder ein erfahrener Aquarianer – mit ein wenig Geduld und Sorgfalt kannst du die Schönheit dieser Tiere weiterentwickeln und deine eigene Guppylinie erschaffen. 

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