Wie Sie Zierfische und Wirbellose sicher vom Züchter abholen und erfolgreich in Ihr Aquarium einsetzen

Wie Sie Zierfische und Wirbellose sicher vom Züchter abholen und erfolgreich in Ihr Aquarium einsetzen

Der Kauf von Zierfischen und Wirbellosen direkt beim Züchter bietet viele Vorteile: Sie erhalten Tiere, die unter optimalen Bedingungen aufgezogen wurden, und oft können Sie die Herkunft und Pflege genau nachvollziehen. Doch der Transport und die Eingewöhnung der neuen Mitbewohner in Ihr Aquarium erfordern Aufmerksamkeit und eine gute Vorbereitung. Hier erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie den Umzug der Tiere so stressfrei und sicher wie möglich gestalten können.


Transport von Zierfischen und Wirbellosen: Das sollten Sie beachten



Ein sicherer Transport ist essenziell, um Stress für die Tiere zu minimieren und gesundheitliche Probleme zu vermeiden. Bereits bei der Abholung sollten Sie gut vorbereitet sein. Beachten Sie dabei folgende Punkte:

- *Verpackung durch den Züchter:* Seriöse Züchter verpacken Fische und Wirbellose in speziellen Transportbeuteln mit ausreichend Sauerstoff. Wirbellose wie Garnelen werden oft mit Moos oder Schwämmen in den Beuteln versorgt, um Halt zu bieten.
- *Temperaturschutz:* Besonders bei extremen Außentemperaturen (Winter oder Sommer) ist ein Schutz vor Kälte oder Hitze wichtig. Verwenden Sie Isolierboxen oder Kühlakkus, um die Temperatur stabil zu halten. Die ideale Wassertemperatur für den Transport sollte an die Art der Tiere angepasst sein, meist zwischen 20 und 26 Grad Celsius.
- *Schneller Transport:* Vermeiden Sie lange Transportzeiten. Fahren Sie direkt nach Hause und stellen Sie sicher, dass die Tiere nicht unnötig geschüttelt werden. Halten Sie den Beutel während der Fahrt dunkel, um den Stress zu verringern.

Vorbereitung des Aquariums: Der perfekte Lebensraum für Ihre neuen Bewohner



Bevor die Tiere in Ihr Aquarium einziehen, sollten Sie die Umgebung sorgfältig vorbereiten. Das Ziel ist es, den Übergang so angenehm wie möglich zu gestalten:

- *Stabile Wasserwerte:* Prüfen Sie die Wasserqualität mit einem Testkit. Die wichtigsten Parameter wie pH-Wert, Gesamthärte (GH), Karbonathärte (KH), Nitrit und Nitrat sollten stabil und an die Bedürfnisse der Tiere angepasst sein. Viele Zierfische fühlen sich bei einem pH-Wert von etwa 7, einer GH von 6 und einer KH von 4 wohl.
- *Eingefahrenes Aquarium:* Ein neu eingerichtetes Aquarium benötigt mindestens vier Wochen, um biologisch stabil zu werden. In dieser Zeit entwickeln sich wichtige Bakterienkulturen, die Schadstoffe abbauen.
- *Versteckmöglichkeiten schaffen:* Besonders scheue Arten wie Garnelen oder kleine Fische fühlen sich sicherer, wenn Verstecke vorhanden sind. Pflanzen, Wurzeln und Steine bieten Rückzugsmöglichkeiten und fördern das natürliche Verhalten.

Eingewöhnung: Schritt für Schritt zum stressfreien Umzug



Die Eingewöhnung ist einer der wichtigsten Schritte, um den Tieren die Umstellung zu erleichtern. Gehen Sie dabei behutsam vor:

1. *Temperaturangleichung:* Legen Sie den geschlossenen Transportbeutel für etwa 15 bis 20 Minuten in das Aquariumwasser. Dadurch passen sich die Temperaturen des Transport- und Aquarienwassers an.
2. *Wasserzugabe:* Öffnen Sie den Beutel vorsichtig und geben Sie alle 5 bis 10 Minuten eine kleine Menge Aquariumwasser hinzu. Wiederholen Sie diesen Vorgang über 30 bis 60 Minuten, um die Tiere langsam an die neuen Wasserwerte zu gewöhnen.
3. *Schonendes Umsetzen:* Verwenden Sie ein Fisch- oder Garnelennetz, um die Tiere vorsichtig ins Aquarium zu setzen. Vermeiden Sie, das Transportwasser ins Aquarium zu geben, da es belastet sein könnte.

Beobachtung nach dem Einsetzen: Wie geht es den neuen Bewohnern?



Nach der Eingewöhnung sollten Sie Ihre Tiere aufmerksam beobachten, um sicherzustellen, dass sie sich gut in ihrem neuen Zuhause einleben. Achten Sie auf:

- *Verhalten:* Wirken die Tiere aktiv und erkunden sie die Umgebung? Ein verstärktes Verstecken oder Trägheit könnten auf Stress oder gesundheitliche Probleme hinweisen.
- *Fressverhalten:* Beginnen Sie frühestens 24 Stunden nach dem Einsetzen mit dem Füttern. Geben Sie zunächst kleine Mengen, da die Tiere möglicherweise noch nervös sind.
- *Gesundheitsanzeichen:* Achten Sie auf Symptome wie Verfärbungen, Flossenklemmen oder Atemnot. Diese könnten auf Probleme wie Stress oder schlechte Wasserqualität hinweisen.

Häufige Fehler vermeiden: So gelingt der Start



- *Transportstress minimieren:* Vermeiden Sie es, die Tiere unnötig aus dem Beutel zu nehmen oder sie zu früh zu füttern.
- *Keine Eile bei der Eingewöhnung:* Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um die Tiere an die neuen Wasserwerte zu gewöhnen. Ein schneller Wechsel kann zu gesundheitlichen Problemen führen.
- *Kontrolle der Wasserwerte:* Prüfen Sie regelmäßig die Wasserqualität in den ersten Tagen, um Schwankungen frühzeitig zu erkennen.

Fazit: Mit guter Vorbereitung zu einem erfolgreichen Start



Der Transport und die Eingewöhnung von Zierfischen und Wirbellosen sind sensible Prozesse, die mit Ruhe und Planung angegangen werden sollten. Mit einem stabilen Aquarium, einer stressfreien Eingewöhnung und aufmerksamer Beobachtung legen Sie den Grundstein für das Wohlbefinden Ihrer neuen Mitbewohner. Investieren Sie Zeit in diese Schritte, und Sie werden mit gesunden, aktiven und zufriedenen Tieren belohnt.

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